Berufebilder by Simone Janson

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Weiterbildung

Neue Serie:
Karrierefaktor Weiterbildung

Alle reden von Weiterbildung: Doch die richtige Weiterbildung zu finden, gleicht der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen, denn die deutsche Weiterbildungslandschaft ist mehr als unübersichtlich: Fehlende gesetzliche Regelungen und verbindliche Standards erschweren den Vergleich der verschiedenen Angebote.
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Weiterbildung

Definition:
Was ist eigentlich Weiterbildung?

Weiterbildungen gibt es wie Sand am Meer? Die wie werden die vielfältigen Angebote eigentlich definiert, geglieder, unterschieden? Ein Versuch der Einordnung – vom Deutschen Bildungsrat und dem Bundesinstitut für Berufsbildung.
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Weiterbildung

Was ist der Sinn und Zweck einer Weiterbildung?

Zunächst sollten Sie sich fragen, warum Sie überhaupt eine Weiterbildung machen möchten. Sicherlich möchten Sie selbst zusätzliches Wissen erwerben, das Ihnen auf dem Arbeitsmarkt von Nutzen ist. Oder aber Ihr Chef möchte, dass Sie eine Weiterbildung machen. Doch es geht nicht nur darum, dass Sie überhaupt etwas lernen. Viel mehr sollte die Weiterbildung, in die Sie Zeit und Geld investieren, vom Arbeitgeber – oder, falls Sie selbständig sind, von Ihrem Kunden – auch wertgeschätzt werden und Ihnen tatsächlich auch einen besseren Job, neue Kunden oder mehr Geld einbringen.

Das aber kann problematisch sein. Denn das, was Sie in der Schule gelernt haben, war gesetzlich vorgeschrieben und der Nachweis dafür wurde durch einen bundesweit einheitlichen Schulabschluss erbracht. Und auch Ihr Studium oder Ihre Berufsausbildung haben Sie wahrscheinlich mit einem staatlich anerkannten Abschluss beendet. All diese Abschlüsse waren in der Regel bundesweit, ja teilweise sogar international anerkannt und dadurch auch miteinander vergleichbar. Der Vorteil liegt dabei auf der Hand: Mit einem solchen Zeugnis kann jeder direkt einschätzen, was Sie können. Bei vielen Weiterbildungen ist das leider ein wenig anders: Zum einen gibt es allein im Bereich der beruflichen Weiterbildung in Deutschland rund 35.000 Anbieter mit 400.000 verschiedenen Weiterbildungs-Programmen – ein Feld also, in dem man nur schlechterdings den Überblick behalten kann.

Zum anderen sind diese Weiterbildungen dazu auch noch kaum durch Gesetze reglementiert. Zwar können Inhalt, Art, Ziel, Dauer und Prüfungen durch Rechtsverordnungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geregelt sein. Zwingend notwendig sind staatliche Regelungen jedoch nur bei einer Umschulung in einen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf. Ein Großteil der Weiterbildungsabschlüsse ist demgegenüber gesetzlich nicht geregelt. Viele Abschlüsse, die Sie mit einer Weiterbildung erwerben können, sind Zertifikate, die die Weiterbildungseinrichtung selbst ins Leben gerufen hat.

Immerhin existieren in den meisten Bundesländern Weiterbildungsgesetze 4 mit zum Teil strengen Anforderungen an die Qualität der Weiterbildungen. Die Abschlüsse werden hier jedoch nicht geregelt. Einige Weiterbildungsabschlüsse sind überregional bekannt und auf dem Arbeitsmarkt weitestgehend anerkannt, wie etwa die Abschlüsse der Industrie- und Handelskammer. Andere hingegen sind kaum bekannt und bergen so das Problem, dass Ihr (potentieller) Arbeitgeber, der von dem Abschluss noch nie etwas gehört hat, gar nicht einschätzen kann, welches Wissen Sie damit erworben haben.

Ein Fall, in dem eine Weiterbildung zwar umfassende Kenntnisse vermittelt, der Abschluss jedoch nur bedingt auf dem Arbeitsmarkt verwertbar ist, ist die mehrere tausend Euro teuere Weiterbildung zum “Psychologischen Berater nach dem Heilpraktikergesetz”. Die Berufsbezeichnung klingt zwar gut, die Absolventen sind jedoch nicht gleichgestellt mit Psychologen oder Psychotherapeuten, die einen Hochschulabschluss mitbringen. Im Gegensatz zu ihren akademischen Kollegen dürfen Psychologische Berater nicht über die Krankenkasse abrechnen. Das jedoch kann zum Problem werden, wenn der Psychologische Berater hinterher nicht genug zahlungskräftige Klienten findet.

Außerdem lassen sich Inhalte und Formen der einzelnen Weiterbildungen ohne einheitliche Standards bei den Abschlüssen nur schwer miteinander vergleichen: Da gibt es klassische Weiterbildungen in Form von Lehrgängen oder Kursen mit oder ohne Praxisanteil, aber auch Fern- und Selbstlernprogramme, selbstgesteuertes Lernen mit Hilfe von Medien, das Lesen von Fachbüchern oder Fachzeitschriften sowie Qualitäts- oder Werkstattzirkel.

Weiterbildungseinrichtungen können öffentliche und private Träger wie Hochschulen und Volkshochschulen, kirchliche und gewerkschaftliche Einrichtungen oder Berufsverbände und Kammern, aber auch Einzelpersonen sein. Einige Weiterbilder sind auf die berufliche oder politische Bildung spezialisiert, andere bedienen das gesamte Spektrum. Sprich: Das Feld ist dank des großen Angebots schier unüberschaubar. Das alles sollten Sie bei Ihren Überlegungen bedenken und die Auswahl ein wenig eingrenzen.

Daher: Grenzen Sie die Möglichkeiten von vornherein ein: Informieren Sie sich bei den jeweiligen Berufsverbänden, welche Weiterbildungen und Abschlüsse in der jeweiligen Branche Anerkennung finden.

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Weiterbildung

Lohnt sich Weiterbildung überhaupt?

Eine Frage, die Sie sich ebenfalls stellen sollten, falls Sie es nicht ohnehin schon tun: Lohnt es sich überhaupt, Zeit und Geld in eine Weiterbildung zu investieren? Bringt die Weiterbildung tatsächlich das erhoffte Gehaltsplus, den neuen Job oder das Mehr an Aufträgen, derentwegen Sie sich weiterbilden möchten?

Leider werden in Deutschland keine Statistiken über die Akzeptanz und den Erfolg von Weiterbildungen auf dem Arbeitsmarkt geführt. Auch das hängt sicherlich mit der Breite und Unüberschaubarkeit des Angebotes zusammen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung5 (BIBB) befragt immerhin mehrfach im Jahr etwa 4.500 Weiterbildungseinrichtungen nach Trends und Qualifizierungsbedarf der Weiterbildungen. Informationen über den Erfolg einer Weiterbildung können hier jedoch nur indirekt abgeleitet werden.

Eine etwas bessere Quelle sind die Eingliederungs-Statistiken6der Bundesagentur für Arbeit, die jedoch nur die über die Arbeitsagentur finanzierten Weiterbildungen verzeichnen. Demnach sind etwa 60 % der Teilnehmer sechs Monate nach dem Abschluss nicht mehr arbeitslos.Aber Vorsicht: Zu dieser Gruppe gehören nicht nur sozialversicherungspflichtige Beschäftigte, sondern auch all diejenigen, die sich nun in 400-Euro Jobs und sonstigen prekären Beschäftigungen befinden sowie diejenigen, die sich nach der Weiterbildung selbstständig gemacht haben. Aus der Statistik geht ferner nicht hervor, welche Berufe hinterher ausgeübt werden und ob diese überhaupt etwas mit der Weiterbildung zu tun haben.

Die Statistik zeigt aber ganz klar auch einen Trend: Jüngere Absolventen einer Weiterbildung und besser qualifizierte Kräfte, etwa die, die einen Berufsabschluss nachgeholt haben, haben bessere Chancen, nach einer Weiterbildung wieder einen Job zu finden. Darüber hinaus sind offenbar Maßnahmen, die direkt im Betrieb durchgeführt wurden, besonders erfolgreich.

Eine andere Möglichkeit: Fragen Sie direkt bei den Bildungsträgern, bei denen Sie Ihre Weiterbildung absolvieren möchten, nach Informationen darüber, wie gut die Chancen stehen, nach der Weiterbildung die erhoffte Stelle oder Position zu finden. Denn auf jeden Fall sollten Sie den Weiterbildungsanbieter persönlich noch einmal genauer unter die Lupe nehmen.

Ein Test der Stiftung Warentest im Novemberheft 2003 zeigt jedoch, dass bei der Beratung häufig Informationen zu diesem Thema fehlen. Sie müssen also gezielt danach fragen. Etwa danach, welche Prüfung am Schluss abgelegt wird. Erkundigen Sie sich bei Berufsabschlüssen unbedingt, ob die Prüfung, die Sie am Ende der Weiterbildung machen, auch staatlich anerkannt ist. Bei Sprach- und EDV-Qualifikationen sollten Sie zum Beispiel auf eine internationale oder mindestens europaweite Anerkennung achten.

Informationen zur Anerkennung einer Weiterbildung geben je nach Branche auch die jeweiligen Berufsverbände. Oft führen Weiterbildungseinrichtungen auch interne Statistiken über den Erfolg ihrer Absolventen: Wie viele Absolventen finden hinterher einen Job? Wie hoch ist die Durchfallrate? Und gibt es eine Befragung der Teilnehmer, wie zufrieden sie mit dem Kurs waren? Fragen Sie gezielt danach, ob Sie solche Informationen einsehen dürfen (unter Umständen gibt es datenschutzrechtliche Probleme).

Bei einer beruflichen Weiterbildung ist es außerdem wichtig, dass die Ausbildung praxisnah ist: Wenn die Weiterbildung Praktika und Projektarbeit enthält oder sogar dual im Betrieb, neben den praktischen Teilen, durchgeführt wird, verbessert das die Chancen, hinterher eine Stelle, vielleicht sogar in der entsprechenden Firma zu erhalten.

Wenn Sie hingegen auf eine konkrete Frage zu Inhalt und Nutzen der Weiterbildung nur sehr verallgemeinernde und ungenaue Antworten bekommen oder der Anbieter Auskünfte verweigert, sollten Sie misstrauisch sein. Ein objektiveres Bild bekommen Sie möglicherweise durch Teilnehmer, die ihre Weiterbildung bereits absolviert haben oder noch drinstecken, z. B. über das Schwarze Brett, Internetforen, den Bildungsträger oder den Arbeitsberater der Arbeitsagentur.

Auch wenn diese natürlich wegen des Datenschutzes keine Adressen herausgeben dürfen, können Sie in Einzelfällen vielleicht Kontakt zu Absolventen herstellen. Letztlich müssen Sie sich allerdings vor Augen führen, dass Ihnen das niemand wirklich sagen kann, ob die Weiterbildung Sie weiterbringt. Es kann sein, dass eine Maßnahme, die 50 Menschen etwas gebracht hat, Ihnen überhaupt nichts bringt und umgekehrt. Das hängt immer auch davon ab, was Sie daraus machen.

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Weiterbildung

Wer suchet, der findet:
Weiterbildung im Internet finden

Wenn Sie keine Weiterbildungsberatung in Anspruch nehmen möchten oder können, haben Sie die Möglichkeit, die passenden Maßnahmen selbst zu suchen – z. B. über das Internet. Die Stiftung Warentest12 hat 2007 von knapp 150 Datenbanken 25 untersucht, darunter zehn bundesweite, neuen landesweite und drei regionale sowie drei themenspezifische. Ziel war es, genau zu prüfen, wie gut der Nutzer über das bestehende Angebot informiert wird.

Sie kam zum Ergebnis: 18 Datenbanken erhielten die Note “Sehr gut” oder “Gut”. Testsieger waren die landesweiten Weiterbildungsdatenbanken Mecklenburg-Vorpommern13 (SEHR GUT: 1,2) und das Hamburger Portal Wisy1(SEHR GUT: 1,4). Von den bundesweit aktiven Anbietern schnitten seminar: markt15 und seminus16 mit einem Gut (2,0) am besten ab. Bei den thematischen Datenbanken steht das WissWB-Portal17 mit der Note GUT (1,9) an erster Stelle; die regionalen werden angeführt von der Weiterbildungsdatenbank Rhein-Main18 (GUT: 1,7).

Die mit Abstand größte und umfassendste Datenbank für Aus- und Weiterbildung ist KURS der Bundesagentur für Arbeit mit fast 600.000 Veranstaltungen und rund 6 Millionen Seitenzugriffen. Hier sind sogar Studiengänge und Ausbildungen verzeichnet. KURS hat im Test etwas schlechter, aber immerhin noch mit GUT abgeschnitten. Neben einer Freitextsuche stehen Ihnen hier weitere Suchkriterien wie beispielsweise nach der “Förderung mit Bildungsgutschein” sowie nach “Beginn” und “Dauer” einer Bildungsveranstaltung zur Verfügung.

Außerdem können Sie mit KURS Weiterbildungen vom Ausgangsberuf ausgehend suchen: Wählen Sie Ihren Beruf aus und es werden Ihnen alle darauf abgestimmten Anpassungs- und Aufstiegsfortbildungen angezeigt. Natürlich können Bildungsinteressenten die Suchanfragen auch regional und thematisch eingrenzen.

Dementsprechend wurden im Test der Stiftung Warentest “Suchen und Eingrenzen” und die “Bedienbarkeit” besonders bewertet. Direkte Links innerhalb der Bildungsangebote auf die Homepages der Bildungsanbieter führen zu ergänzenden Informationen. Kritikpunkte der Stiftung Warentest bei verschiedenen Anbietern waren fehlende Verknüpfungsmöglichkeiten zwischen Ort und Suchbegriff. Außerdem werden häufig auch Rechtschreibfehler im Suchbegriff nicht toleriert und einige Datenbanken sind für Sehbehinderte eher schlecht geeignet. Daher sollten Sie Suchbegriffe genau eingeben und möglichst die Suche durch zusätzliche Kriterien einengen.

Besonders problematisch werteten die Tester mangelnde Aktualität mancher Anbieter: Hier sind Daten schlicht veraltet oder Kurse finden gar nicht statt. Einige andere Datenbanken sind entweder regional oder thematisch eingeschränkt und daher nicht für jeden geeignet. WIS, die Datenbank der Industrie-, Handels- sowie Handwerkskammern, beispielsweise enthält viele Informationen zu IHK- Prüfungen, Checklisten, jedoch kaum Angebote aus anderen Bereichen.

Tipp: Wenn Sie im Internet nach einer Weiterbildung suchen, sollten Sie mehrere Datenbanken nutzen – je nach Ihren Vorgaben. Verlassen Sie sich außerdem nie auf die Angaben in der Datenbank, sondern nehmen Sie unbedingt noch zusätzlich mit dem Kursanbieter Kontakt auf, um zu klären, ob das Angebot auch wirklich aktuell ist und der Kurs auch stattfindet. Eine Übersicht über verschiedene Datenbanken finden Sie in der Metasuchmaschine www.iwwb.de. Bei der Stiftung Warentest finden Sie ein Infodokument mit genaueren Angaben zu verschiedenen Datenbanken. Sprachkurse, auch im Ausland, finden Sie unter www.language-learning.net.

Wenn Sie gleich eine Weiterbildung im Ausland suchen, sind Sie bei Ploetus der EU richtig: Neben den Links zu öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen, Volkshochschulen und Hochschulen finden sich hier in weiteren Rubriken hilfreiche Infos zu Fördermöglichkeiten und europäischen Austauschprogrammen. Zudem weist Ploteus den Online-Weg zu Einführungen in die unterschiedlichen Bildungssysteme der europäischen Staaten und weiß auch, wo es grundsätzliche Länder- Infos gibt – zu den Lebenshaltungskosten beispielsweise, zu Steuern und Sozialbeiträgen oder zu den rechtlichen Rahmenbedingungen für Studium und Arbeit in der Ferne.

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Weiterbildung

So erkennen Sie die Qualität einer Weiterbildung

Die Frage, ob sich die Weiterbildung für Sie lohnt, sollte aber nur ein Auswahlkriterium sein. Denn wichtig ist auch, die Weiterbildung nach der Qualität der Inhalte zu beurteilen. Eine Reihe von Qualitätssicherungskonzepten und Zertifikaten können Ihnen helfen, sich von der Qualität der Weiterbildung ein objektives Bild zu machen. Doch Gütesiegel ist nicht gleich Gütesiegel. Im folgenden erfahren Sie, welches Zertifikat für welche Leistung steht und was Sie als Weiterbildungssuchender damit anfangen können.

Tipp: Neben zahlreichen Gütesiegeln gibt es, ganz praxisnah, die Weiterbildungstests der Stiftung Warentest, die mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführt werden. Ihr Vorteil: Sie sind objektiv, detailliert und vermitteln einen umfassenden Überblick über die Weiterbildung. Ihr Nachteil: Sie behandeln nur jeweils kleine Ausschnitte aus dem riesigen Weiterbildungsangebot.

Qualitätskriterien im Überblick

  • Weiterbildungen, die über die Bundesagentur für Arbeit finanziert werden können, müssen gemäß AZWV zertifiziert sein. Mit dieser Anerkennungs- und Zulassungsverordnung zur Weiterbildung (AZWV) überträgt die Bundesagentur für Arbeit (BA) die Zulassung von Weiterbildungsanbietern und -angeboten unabhängigen, privaten Zertifizierungsagenturen. Da die BA wiederum diese so genannten fachkundigen Stellen prüfen soll, bleibt die BA allerdings zentraler Bestandteil des Anerkennungsverfahrens.
  • Um die entsprechenden Qualitätskriterien zu erfüllen, müssen Anbieter eine Reihe von Auflagen erfüllen wie z. B. geeignete Räume und vernünftige Unterrichtsbedingungen. Die Dozenten müssen ausreichende Qualifikationen nachweisen, die sie unter anderem durch Zeugnisse belegen müssen. Zudem verpflichtet sich der Bildungsträger, Sie später bei der Wiedereingliederung in den Beruf zu unterstützen.
  • Doch nicht nur eine Zertifzierung durch das AZWV kann Ihnen bei der Auswahl helfen: Viele Anbieter werben darüber hinaus mit Ihren Qualitätskonzepten oder verweisen auf ihre Qualitätssicherung, bzw. ihr Qualitätsmanagement. Sie tun dies häufig unter Hinweis auf ein Zertifikat nach dem internationalen Normenkomplex DIN EN ISO 9000 ff. Aber Achtung: Geprüft wird dabei nicht die Qualität eines Produkts, also des Weiterbildungskurses, sondern das Verfahren zur Sicherung einer vom Anbieter definierten Qualität. Es geht dabei also vor allem um die Arbeitsabläufe und Organisationsstrukturen innerhalb der Bildungseinrichtung. Hilfreicher ist daher für Sie als Nutzer die Aussage über die Mitgliedschaft in einer häufig regionalen Gütesiegelvereinigung (etwa die Weiterbildung Hamburg e.V.) oder in einem Qualitätsring, zu dem sich verschiedene Anbieter aus einem fachlichen Angebotssegment zusammengeschlossen haben und wodurch diese sich verpflichten, fest definierte Qualitätsstandard für ihre Einrichtungen und Veranstaltungen einzuhalten.
  • Eine weitere Orientierung bieten Qualitätspreise, deren Ziel es ist, die Weiterbildungsanbieter zu Bestleistungen im Hinblick auf die angestrebte Qualität anzuspornen. Beispiele dafür sind etwa der Weiterbildungsinnovationspreis des BIBB und der europäische Qualitätspreis.

Insgesamt zeigen Ihnen diese verschiedenen Qualitätssicherungskonzepte, dass die betreffenden Weiterbilder die Ziele der von ihnen angebotenen und durchgeführten Lehrgänge, Seminare usw. ständig überprüfen und verbessern sowie Qualitätsstandards wie z. B. die Ausstattung der Kursräume, Qualifikation der Lehrer, Größe der Lerngruppen usw. einhalten. Allerdings werden in einzelnen Fällen solche Qualitätszertifikate aber auch missbraucht, um Kunden anzulocken. Auf der anderen Seite ist nicht jeder Anbieter ohne bestimmte Qualitätssicherungskonzepte unseriös.

Tipp: Nutzen Sie die allgemeinen Qualitätskriterien für einen ersten Überblick und zu einer Einschränkung des in Frage kommenden Angebotes. Bei der endgültigen Auswahl sollten Sie aber nicht  blind den Qualitätskriterien vertrauen, da diese zu viele Unsicherheiten bieten, sondern das persönliche Gespräch suchen und sich selbst einen Eindruck verschaffen.

In einem persönlichen Gespräch mit dem Weiterbilder sollten Sie darauf achten und gegebenenfalls gezielt danach fragen, ob der Anbieter seine Qualitätsziele (etwa: alle Absolventen des Sprachkurses werden fließend englisch sprechen) erkennbar macht. Aber auch die Verfahren und Instrumente, wie das erreicht werden soll, sollte er klar erläutern. Denn: Wenn er Ihnen verspricht: “Sie werden englisch wie im Schlaf lernen”, sollten Sie misstrauisch werden, denn eine Sprache zu lernen, erfordert viel Eigenleistung. Ehrlicher ist es da, wenn Sie der Weiterbilder direkt darauf hinweist, dass Sie selbst etwas dafür tun müssen und Ihnen z. B. auch das Lehrbuch zeigt. Überlegen Sie sich vorher also genau, nach was Sie fragen möchten

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Weiterbildung

Checkliste:
Das sollten Sie im persönlichen Gespräch mit dem Weiterbildungsanbieter klären

  • Fragen Sie nach der Ausbildung, Qualifikation und Erfahrung des Dozenten. Übrigens: Wenn die Dozenten häufig wechseln, spricht das für eine geringere Qualität.
  • Wie sehen die Lehrpläne aus, welche Methoden (z. B. Rollenspiele, Computer, Diskussionsrunden usw.) werden eingesetzt?
  • Fragen Sie nach der Größe der Lerngruppen: Je größer die Gruppen, desto billiger häufig der Kurs – und desto schwieriger individuelles Lernen.
  • Schauen Sie sich die Unterrichtsräume und ihre Ausstattung an – eine gute Atmosphäre ist für den Lernerfolg wichtig, Computerarbeitsplätze sollten technisch up-to-date sein.
  • Steht die Dauer des Kurses in angemessenem Verhältnis zum Bildungsziel? Schnellkurse zu komplexen Themen sollten ebenso kritisch beäugt werden wie langatmige Kurse in Grundfertigkeiten.
  • Lassen Sie sich eingehend über Ziele und Nutzen der Weiterbildung beraten – was wollen Sie erreichen und was können Sie erreichen? Ist das angestrebte Ziel realistisch? Der Anbieter sollte Ihnen z. B. vorgeben, welchen Aufwand Sie zum Erreichen betreiben müssen und Sie sollten realistisch einschätzen, ob Sie diesem Aufwand gewachsen sind.
  • Welche Voraussetzungen müssen die Kursteilnehmer mitbringen? Wird darauf geachtet, dass die Zugangsvoraussetzungen quasi gleich sind? Manche privaten Bildungsanbieter würfeln z. B. bei Sprachkursen Teilnehmer verschiedener Niveaus zusammen, um den Kurs vollzubekommen.
  • Erfüllen Sie diese Voraussetzungen – ganz ehrlich? Natürlich können Sie nur die Weiterbildungen machen, die auch für Sie geeignet sind, z. B. können Sie keine Europasekretärin werden, wenn Sie kein Abitur haben.
  • Klären Sie, wie viele Unterrichtsstunden Sie an einem Tag haben, wann diese liegen usw. Überlegen Sie, ob die Einteilung zu Ihrem Tagesrhythmus passt: Als starker Raucher brauchen Sie wahrscheinlich ein System mit vielen kleinen Pausen und wenn Sie zu der Sorte Mensch gehören, die möglichst alles schnell hinter sich bringt, ist ein Drei-Stunden-pro-Tag-Rhythmus nichts für Sie!
  • Auch sollten Sie keinen Kurs am späten Abend wählen, wenn Sie eigentlich ein Frühaufsteher sind und wenn Sie Kinder haben, können Sie möglicherweise nur lernen, wenn diese außer Haus sind.
  • Lassen Sie sich das Unterrichtsmaterial zeigen – wichtig ist, dass das Lehrbuch auf dem neuesten Stand ist und dass Sie mit dem Lehrbuch klar kommen.
  • Besuchen Sie nach Möglichkeit eine Probestunde in der von Ihnen gewählten Bildungsmaßnahme. Sie bekommen so den besten Einblick in die Qualität des Unterrichts, des Dozenten und der Ausstattung des Kursraums. Und Sie sehen, ob die Chemie zwischen Ihnen und dem Dozenten stimmt, was für den Lernerfolg besonders wichtig ist.
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So finden Sie die passende Weiterbildungs-Beratung

Wenn Sie unschlüssig sind, welche Weiterbildung für Sie in Frage kommt, sollten Sie sich vielleicht beraten lassen. Wenn Sie eine Förderung beantragen möchten, etwa den Bildungsgutschein oder den Bildungsscheck, ist die Beratung durch bestimmte Stellen sogar Pflicht. Doch wo und von wem können Sie sich überhaupt beraten lassen? Und welche Beratung ist passend für Sie?

Die Stiftung Warentest hat bereits 2004 verschiedene Beratungsstellen für Weiterbildung getestet. Ergebnis: Wenn Sie eine Frau sind, sollten Sie gezielt eine Frauenberatungsstelle aufsuchen. Denn bei den getesteten Frauenberatungsstellen gehen die Beraterinnen direkt auf Ihre Qualifikationen ein und machen dann ganz konkrete Vorschläge für ein passendes Weiterbildungsangebot. Die Atmosphäre ist freundlich und persönlich, die Beratung objektiv. Vor allem, wenn Sie als Frau nach einer Auszeit wieder in ihren Beruf zurück möchten, sind Frauenberatungsstellen eine hervorragende Anlaufstelle. Allerdings gibt es auch einen Nachteil: Diese Beratungsstellen sind selten, in einigen Bundesländern gibt es gar keine, daher kann das bedeuten, dass Sie lange auf einen Termin warten müssen.

Wenn Sie allerdings Informationen zur Förderung über die Bundesagentur für Arbeit suchen, sind die Frauenberatungsstellen der falsche Ansprechpartner, weil diese hier eher schlecht informiert sind. Sie können dann ergänzend zu Ihrem Arbeitsberater bei der örtlichen Arbeitsagentur gehen. Auch wenn Sie als Mann nicht zu einer Frauenberatungsstelle gehen können, können die Arbeitsagenturen ein erster Ansprechpartner sein.

Doch die Stiftung Warentest hat herausgefunden: Arbeitsagenturen beraten eben vor allem Arbeitslose ausführlich. Wer nicht arbeitslos gemeldet ist, blitzt bei den Arbeitsagenturen dagegen oft ab. Auch wenn die Arbeitsagenturen per Gesetz auch Aufsteiger und Wiedereinsteiger beraten sollen, geht es dem Arbeitsberater doch vor allem darum, Arbeitslose aus der Statistik zu bekommen. Dementsprechend waren die Informationen für Aufsteiger mit Karrierewunsch oder Angestellte mit Zukunftsangst bei den Testern insgesamt wenig zufriedenstellend.

Wenn Sie eine Weiterbildung absolvieren möchten, um sich beruflich zu verbessern, sollten Sie die Beratung einer Industrie- und Handelskammer bzw. einer Handwerkskammer aufsuchen – falls Sie im Handwerk tätig sind. Die Kammern bieten einen klaren Vorteil: Die Berater wissen in der Regel recht gut über die Arbeitsmarktsituation in ihrer Region Bescheid und haben viele Tipps für Aufsteiger. Der Nachteil: Nicht selten empfehlen sie vor allem ihre eigene Weiterbildungsangebote und sind damit nicht vollkommen objektiv.

Wenn Sie sich hingegen als Angestellter Sorgen um Ihre berufliche Perspektive oder Ihren Arbeitsplatz machen oder sich ohne klare Vorstellungen erst einmal informieren möchten, kommen vermutliche eher kommunale Beratungsstellen in Frage. Möglicherweise lässt sich die Beratung hier mit einer anderen Beratung verbinden. Außerdem können Sie sich natürlich direkt von den Bildungsträgern, bei denen Sie die Weiterbildung machen möchten, beraten lassen.

Diese Beratung hat den Vorteil, dass Sie ganz genau auf die gewählte Weiterbildungsmaßnahme eingeht. Allerdings zeigt auch hier ein Test der Stiftung Warentest, dass diese Beratungen nicht immer empfehlenswert sind: Nicht selten steht, so der Test, die Frage, ob man einen Bildungsgutschein bekommt, im Mittelpunkt der Beratung und in einem Gespräch wurde dem Tester sogar geraten, den Wohnort zu wechseln, um seine Chancen auf einen Bildungsgutschein zu erhöhen. Wesentlich seltener geht es in der Beratung um Ausbildung und Praxiserfahrung der Dozenten, die Arbeitsmarktchancen nach Kursende oder die persönlichen Eignungsvoraussetzungen. Diese Punkte sollten Sie daher in einem Beratungsgespräch unbedingt selbst ansprechen.

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Weiterbildung

Was kostet eine Weiterbildung?

Dreh- und Angelpunkt Ihrer Weiterbildung sind natürlich die Kosten und die Finanzierung. Denn es bringt Ihnen nichts, dass es theoretisch sinnvolle Weiterbildungen gibt, die Sie in der Praxis kaum bezahlen können. Doch wie teuer ist eine Weiterbildung überhaupt und welche Möglichkeiten haben Sie, diese zu finanzieren? Auch hier fehlen leider statistische Erhebungen und Vergleichstabellen. Die Kosten von Weiterbildungen können sehr unterschiedlich sein und lassen sich, auch aufgrund unterschiedlicher Inhalte, Zielsetzungen und Dauer, nur schwer miteinander vergleichen.

Überblick: Kosten der Weiterbildung

Das Bundesinstitut für Berufsbildung hat in einer Studie, bei der 2000 Leute befragt wurden, einige durchschnittliche Werte für die Kosten einer Weiterbildung ermittelt. Demnach betragen die Kosten, die direkt mit einer Weiterbildung zusammenhängen (als Teilnahmegebühren, Unterrichtsmaterial usw.) pro Jahr und Person durchschnittlich 568 Euro.

In vielen Fällen tragen die Teilnehmer die Kosten häufig nicht vollständig selbst, sondern sie werden teilweise erstattet – etwa durch die Arbeitsagentur oder durch den Arbeitgeber. Diese Refinanzierung macht durchschnittlich etwa einen Anteil von 36 % aus. Letztendlich tragen die Teilnehmer Kosten von 375 Euro selbst. Der Hauptanteil dabei entfällt auf die Teilnahmegebühren und die Fahrtkosten. Zusätzlich entstehen indirekte Kosten, etwa durch Verdienstausfall von 137 Euro pro Teilnehmer, wobei hier in geringem Umfang (durchschnittlich etwa 7 %) Kosten erstattet werden, z. B. durch Zuschüsse zum Lebensunterhalt. Doch diese indirekten Kosten lassen sich nicht nur in Euro berechnen: Sie müssen auf jeden Fall auch den Zeitaufwand, die Zeit, die Sie unter Umständen im Beruf nacharbeiten müssen, berücksichtigen.

Durchschnittlich werden jährlich 138 Stunden in die Weiterbildung investiert. 74 Stunden davon entfallen nicht in die Arbeitszeit, sondern kosten Freizeit. Weitere 59 Stunden müssen für Überstunden (aufgrund der Weiterbildung), Information, Vor- und Nachbereitung sowie Fahrzeiten aufgewendet werden.

Unterschiede ja nach Zielgruppe

Außerdem gibt es bei den einzelnen Teilnehmergruppen erhebliche Differenzen, was die Kosten für eine Weiterbildung angeht: Personen, die an nichtbetrieblichen Weiterbildungen teilnehmen, wenden mit 856 Euro jährlich wesentlich mehr Geld auf als Teilnehmer an betrieblichen Weiterbildungen – nämlich 285 Euro. Das liegt daran, dass die Arbeitgeber häufig die Kosten übernehmen, während bei den Teilnehmern nicht-betrieblicher Weiterbildung nur 14 % eine Erstattung erhalten.

Arbeitnehmer haben wesentlich häufiger die Möglichkeit zu einer kostenfreien Weiterbildung als Arbeitslose oder Selbständige. Auch soziodemografische Merkmale spielen eine Rolle: Junge Teilnehmer bis 24 Jahre bilden sich häufiger kostenfrei weiter, Teilnehmer zwischen 25 bis 34 sowie von 55 bis 64 wenden durchschnittlich die höchsten Kosten für eine Weiterbildung auf. Auch die Ausbildung spielt eine Rolle: Je höher der Ausbildungsstand, desto höher sind im Schnitt auch die Weiterbildungskosten, denn wer bereits eine höhere Grundausbildung besitzt, ist eher bereit, in eine höher qualifizierende und dementsprechend teuere Weiterbildung zu investieren.

Je nach Art der Weiterbildung sind die Kosten dafür höchst unterschiedlich und verteilen sich auch sehr unterschiedlich auf die einzelnen Teilnehmergruppen: Etwa 45 % der befragten Teilnehmer müssen keinerlei Kosten selbst tragen. 14 % haben Kosten bis etwa 99 Euro, 28 % tragen Kosten zwischen 100 und 999 Euro. 13 % der Teilnehmer müssen mehr als 1.000 Euro berappen und 2 % haben sogar Kosten von mehr als 5.000 Euro. Die höchsten Kosten verursachen klassische Kursformen: Hier fallen neben Teilnahmegebühren auch Fahrt- und gegebenenfalls Übernachtungskosten an. Außerdem muss der Verdienstausfall einkalkuliert werden.

Auch wenn die Teilnahmegebühren oft höher scheinen, sind E-Learning und selbstorganisierte Lernformen insgesamt etwas günstiger: Hier fallen vor allem die Lern- und Arbeitsmittel (Bücher, PC, Telefon- und Internetzugang usw.) ins Gewicht. Hingegen erfordern diese Lernformen den geringsten Zeitaufwand; die Fahrtkosten entfallen und der Verdienstausfall ist geringer.

Das sollte Sie beachten!

Denken Sie bei der Planung einer Weiterbildung daran, was diese kostet und wie diese Kosten Sie sowohl finanziell als auch zeitlich belasten. Erkundigen Sie sich auf alle Fälle genau nach den Gesamtkosten des jeweiligen Kurses. Berücksichtigen Sie dabei alle direkten und indirekten Kosten und verschaffen Sie sich so einen möglichst breiten Überblick über die verschiedenen Angebote. Schauen Sie genau hin! Wie viele Unterrichtsstunden hat der Kurs? Wie verteilen sich diese, ist das für Sie geeignet? Hier wird auch der oben angesprochene Zeitfaktor wichtig! Beachten Sie, dass Unterrichtsstunde nicht gleich Unterrichtsstunde ist: Grundsätzlich geht man von 45 Minuten pro Unterrichtseinheit aus, aber bei einigen Anbietern können es mehr oder weniger sein. Das müssen Sie auf jeden Fall bei dem Vergleich berücksichtigen.

Auch in anderen Punkten gibt es qualitative Unterschiede, wie folgende Beispiele zeigen:

Beispiel: Bei einer Handwerkskammer würden Sie für einen Kurs in Tabellenkalkulation I: MS-Excel (33 Unterrichtsstunden an drei Tagen) 330 Euro bezahlen. Ein privater Bildungsanbieter verlangt für einen Grundlagenkurs Excel 2007 (Dauer: l Tag mit sieben Unterrichtsstunden) 207,64 Euro. Allerdings sind hier nur maximal acht Teilnehmer pro Kurs zugelassen, was eine bessere Lernatmosphäre verspricht. Ein Englisch-Sprachkurs beim gleichen Anbieter kostet zwischen 420 Euro (für einfache Sprachkurse) und 500 Euro (für berufsbezogene Sprachkurse und Konversation) – alle Kurse mit insgesamt 60 Unterrichtsstunden.

Zum Vergleich die Preise einer Volkshochschule: 26 Unterrichtsstunden, egal welcher Level, kosten hier insgesamt 72,80 Euro, wenn über 10 Personen an dem Kurs teilnehmen, sinkt der Preis auf 52 Euro. Größere Klassen sind natürlich wieder schlecht für das Lernen und Volkshochschulkurse haben im Allgemeinen nicht den besten Ruf. Doch möglicherweise bezahlen Sie bei dem privaten Anbieter aber auch nur sein Image mit?

Deutlich teurer ist es übrigens, wenn Sie eine ganze Ausbildung nachholen möchten: Eine Fortbildung zur Europasekretärin mit insgesamt etwa 4.800 Unterrichtsstunden (30 Monate lang Vollzeitunterricht) kostet an dem einen Institut 12.000 Euro, bei einem anderen Anbieter 10.400 Euro – allerdings mit nur etwa der Hälfte an Unterrichtsstunden. Ein berufsbegleitender Intensivlehrgang zum Fachkaufmann Personalfachwesen (Dauer: 4 Monate, ca. 12 Stunden/Woche) schlägt bei einem Anbieter mit 3.000 Euro zu Buche, bei der Konkurrenz würden Sie für einen sechsmonatigen Kurs (insgesamt 460 Unterrichtsstunden) aber nur 2.875 Euro zahlen. Wenn Sie dann auf den Fachkaufmann noch den Betriebswirt draufsetzen wollen, können Sie z. B. für einen Kurs mit 700 Unterrichtsstunden mit 3.579 Euro rechnen.

Welche Kosten Sie noch bedenken müssen

In einigen Lehrgängen ist die Prüfung mit den Gebühren dafür übrigens schon eingeschlossen, bei anderen Anbietern müssen Sie diese noch extra bezahlen. Bei den hier vorgestellten Beispielen liegen die Prüfungsgebühren je nach Art des Abschlusses zwischen 260 Euro und 450 Euro.

Berücksichtigen Sie die Kosten und den zeitlichen Aufwand, wenn Sie eine Weiterbildung planen und suchen Sie gegebenenfalls nach günstigeren Alternativen. Günstig heißt aber nicht unbedingt billiger: Bei den einzelnen Weiterbildern gibt es zum Teil große Unterschiede, was Länge, Inhalte und Dauer der Weiterbildung betrifft. Was da besser ist, können Sie sicherlich nur im Einzelfall und nicht pauschal feststellen. Schauen Sie auch bei den Zahlungsmodalitäten im Vertrag genau hin:

Einige Anbieter bieten die Möglichkeit einer Ratenzahlung; meist muss vorab zumindest ein Teil der Summe bezahlt werden. Wenn der Gesamtbetrag bereits vor Beginn der Maßnahme gezahlt werden muss, kann es hinterher Probleme mit der Rückerstattung geben. Daher sollten Sie mit solchen Vertragsbedingungen vorsichtig sein.

Ob Sie bei Nicht-Gefallen Ihr Geld zumindest teilweise zurückerhalten, hängt übrigens von den einzelnen Vertragsbedingungen ab. Lesen Sie also das Kleingedruckte genau. Bei längerfristigen Maßnahmen sollten Sie eine vierteljährliche oder monatliche Zahlungsweise vereinbaren – das kann Ihnen viel finanziellen Ärger ersparen, falls Sie vorzeitig kündigen möchten. Tipp: steuerlich absetzbar Die Kosten einer beruflichen Weiterbildung sind in der Regel steuerlich absetzbar, wenn Sie keine Zuschüsse erhalten.

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Weiterbildung

Berufliche Weiterbildung:
Förderung durch die Arbeitsagentur

Sie müssen die Kosten einer Weiterbildung allerdings nicht zwangsläufig selbst tragen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Zuschüsse zu erhalten.

Eine der ersten Anlaufstellen dafür ist die Bundesagentur für Arbeit. Hier ist der Arbeitsberater für die Beratung und Finanzierung der Weiterbildung zuständig. Vereinbaren Sie einen Termin für ein persönliches Gespräch. Allerdings sollten Sie nicht völlig unvorbereitet in das Gespräch gehen, sondern einige Dinge beachten und wissen, unter welchen Umständen die Bundesagentur eine Weiterbildung überhaupt fördert.

Die Arbeitsagentur fördert nämlich nur zwei Arten von Weiterbildungen: Die Trainingsmaßnahme nach §4826 und §421i27 SGB III und die berufliche Weiterbildung nach §77 ff28 SGB III.

Tipp:

Zudem können die Agenturen für Arbeit die Möglichkeiten der gesetzlich geregelten aktiven Arbeitsförderungsleistungen durch freie Leistungen der aktiven Arbeitsförderung erweitern. (Freie Förderung nach §10 SGB III29)