Zudem steigt das Risiko, an Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes oder Rückenschmerzen zu erkranken. „Die Konsequenz sind krankheitsbedingte Fehltage und steigende Arbeitskosten für Unternehmen“, sagt die Münchner Ernährungsberaterin und Diplombiologin Barbara Gassert, die hier auch ein Interview gegeben hat.
Auf Kalorien achten – je nach Beruf!
Diät zu halten ist für Menschen mit körperlich anstrengenden Berufen allerdings die verkehrte Lösung. Schließlich liegt ihr Energieverbrauch deutlich höher als bei Büroangestellten. Wer als Maurer, Dachdecker oder Lackierer arbeitet, verbraucht mehr als 3000 Kilokalorien täglich. Das entspricht dem Energiebedarf eines Leistungssportlers.
Für Bürokräfte besteht die Herausforderung jedoch darin, auf möglichst leichte Weise satt zu werden. Da Schreibtischtätigkeit – je nach Alter und Gewicht – pro
Stunde lediglich rund einhundert Kalorien verbraucht, ist die Energiebilanz rasch überschritten. Passiert das dauerhaft, machen sich schnell Pfunde breit.
Figur halten und Schnitzelkoma
Beim Figurhalten hilft eine Mittagsmahlzeit mit viel Gemüse, Salat und wertvollem Eiweiß: etwa aus Fisch, Geflügel oder Tofu. Diese fettarmen Proteinquellen sättigen kalorienarm.
Zugleich führen sie nicht ins gefürchtete Schnitzelkoma – also dem Leistungstief nach dem Kantinenbesuch, das durch die Verdauungsarbeit des Körpers entsteht. Tipp: Wer nach dem Lunch ein paar Schritte ums Bürogebäude läuft, kurbelt Kalorienverbrennung und Kreislauf gleichermaßen an.
Arbeitgeber: Gefahr erkannt, noch nicht gebannt!
Auch die Unternehmen haben das Problem längst erkannt – wenn auch weniger aus Fürsorge für ihre Mitarbeiter denn aus Sorge um das Humankapital: „Gute Leistungen im Job gibt es nur, wenn die Ernährung stimmt,“ sagt etwa sagt Harriet Aans, Geschäftsführerin von Secretary Plus Deutschland.
Und auch Marcus Schulz, Geschäftsführer des Zeitarbeits-Unternehmens Unique Personalservice und USG People Germany erklärt: „Vitale Mitarbeiter sind das Kapital
der Unternehmen. Deshalb liegt die Ernährung der Mitarbeiter auch im Interesse der Firmen.“
Dennoch wird in vielen Kantinen aus Kostengründen immer noch die selbe ungesunde Kost angeboten wie immer.
Hilfe zur Selbsthilfe
Fehlt die Möglichkeit, sich mittags im Betriebsrestaurant gesund zu ernähren, ist etwas Eigeninitiative gefragt. Salate mit Hülsenfrüchten, vegetarische Quiche oder Wraps mit Rohkost und Putenfleisch lassen sich prima zu Haus vorbereiten und ergeben eine vollwertige Mahlzeit.
Wichtig ist in jedem Fall, sich für den Lunch Zeit zu nehmen. Wer beim Mittagessen E-Mails liest oder telefoniert, nimmt gedankenlos mehr Kalorien auf als geplant. Zudem fehlt der Erholungseffekt, den der Genuss eines appetitlichen Gerichts mit sich bringt.
22. April 2011 um 08:49 Uhr
Danke für den 2. Teil! Hab gestern den ersten gelesen und schon darauf gewartet
25. April 2011 um 19:39 Uhr
Danke, das freut mich wenn ein Thema so gut ankommt!