Berufebilder by Simone Janson

Führendes Blog für Bildung & neues Arbeiten, Teil von Business & More mit 14 Mio Visits/Monat, Existenzgründung 2.0.


Karriere & Erfolg » Management, Motivation, Strategie » Change – Lust auf Veränderung:
Die Angst vor dem Neuen

Angst

Sie haben also Bock auf Veränderung. Glückwunsch! Denn Veränderung ist selten einfach, jedoch fast immer gut. Doch bevor wir sie angehen, müssen wir erstmal rausfinden, wo die Widerstände, lauern, die wir vor und in dem Veränderungsprozess erleben. Und wir müssen erkennen, wie wir sie überwinden oder umgehen können.

Eines muss man allerdings klar sagen: Veränderung um der Veränderung Willen, also als Selbstzweck ist keine gute Idee. Denken Sie an frisch eingestellte Führungskräfte, die unter Erfolgsdruck stehen und mit Taten und schnellen Ergebnissen brillieren wollen oder müssen.

Verändern – aber was?

Kurzfristige Erfolge sind vielleicht schnell erzielt – neue Besen sollen ja bekanntermaßen gut kehren. Bevor sich allerdings langfristige Erfolge einstellen können ist die betreffende Stelle möglicherweise wieder neu besetzt und die Veränderung beginnt erneut. Ein Teufelskreis.

Ist die Veränderung um der Veränderung Willen auszuschließen, kann man in der Tat überlegen, ob man sich externen Rat holt. Ohne weiter ins Detail zu gehen: Was für den Unternehmer und das Unternehmen der Berater ist, kann für die Privatperson ein Coach sein. Eine neutrale Sicht von außen und gezielte Fragen können Veränderungsansätze offenbaren.

Warum gibt es Widerstände?

Die Herausforderungen, denen man sich in einem Veränderungsprozess (hier eher am Anfang) beruflich oder privat gegenüber sieht, sind sich sehr ähnlich. Das liegt insbesondere an verschiedenden Eigenschaften und Eigenheiten, die eine Veränderung so mit sich bringt.

Zum Beispiel Veränderung bedeutet eine Abkehr oder Modifikation bekannter, gelebter, geliebter und verinnerlichter Verhaltensweisen, Rituale, Prozesse. Man gibt etwas ab (auch wenn man es nicht wirklich angenehm fand) und bekommt dafür irgendwann etwas Neues und hat platt gesagt dazwischen nichts. Diese Ungewissheit wird zuweilen als unangenehm empfunden.

Das Ende ist ungewiss

Veränderung bedeutet noch lange nicht, dass alles auf ein Mal gut wird. Das Einzige was wir wissen ist, dass sich etwas verändert. Wir wissen nicht, was sich sonst noch außerhalb unseres Blickfeldes so ändert, welche Collateral-Schäden eintreten.

Und wir wissen schließlich nicht, ob uns das Ergebnis (auch wenn es genau so eintritt wie geplant) dann wirklich gefällt. Vielleicht war früher doch alles besser oder ist das Gras auf der zurückgelassenen Seite nicht etwas grüner als hier?

Zusatzaufwand jetzt, Belohnung später

Veränderung bedeutet eine Anstrengung physischer oder psychischer Art; in der Regel heißt das Zusatzaufwand. Mehr Anstrengung im Jetzt für eine Belohnung im Später. Da ist es nur menschlich den kurzfristigen Erfolg im Auge zu behalten. Der ist greifbarer.

In der Wirtschaft finden wir das Äquivalent in der Orientierung an Quartalsergebnissen, die nicht selten einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung zuwiderläuft.

Nur gute Argumente bringen keine Veränderung

Wissen um die notwendige Veränderung führt noch lange nicht zu einer Verhaltensänderung. Der Kopf sagt ja, ich weiß. Das deutlich stärkere Unterbewusstsein lässt sich jedoch ungleich schwerer bewegen.

Das ist auch der Grund warum faktenüberladene Appelle zwar zu Verständnis und tieferer Information, aber zu keiner nachhaltigen (Verhaltens-)Änderung führen. (Es gibt tatsächlich Ärzte, die während einer Lungenoperation eine Rauchpause für sich und ihr Team einlegen).

Veränderungen stören

Und schließlich müssen auch andere mitziehen. Denn oft können oder wollen Sie gar nicht alles alleine machen. Sie stehen also vor einer Tür und haben eine möglicherweise nur vage Vorstellung davon, wie es dahinter aussieht. Nur will keiner mit durch die Tür gehen.

Veränderung stört. Macht unsicher, destabilisiert ein bisher vermeintlich stabiles Gefüge und wirft bei denen, die auf der gefühlt sicheren Seite bleiben wollen unbequeme Fragen hinsichtlich ihrer eigenen Situation auf. Veränderung ist also unbequem, unberechenbar, hat einen ungewissen Ausgang und bedeutet meist erhebliche Anstrengungen.

 

Bertold Raschkowski
Autor: Bertold Raschkowski

Bertold Raschkowski, Jahrgang 1966, beschäftigt sich seit 20 Jahren mit Work, Life und Balance. Nach seinem Marketing-Studium war er in unterschiedlichen Führungspositionen aktiv, bevor er 2010 mit seiner Freiberuflichen Tätigkeit begann. Bertold Raschkowski betreibt unter Five By Nine einen Blog für Ideen, Anregungen rund um Work, Life & Balance und persönliche Entwicklung und ist Co-Autor beim Fachblog www.future-commerce.de, das sich mit Trends, Neuigkeiten und Kuriositäten in eCommerce und Retail beschäftigt. Wenn Bertold Raschkowski nicht schreibt oder spricht, ist er beratender Sparringspartner für Online-Händler und eCommerce-Dienstleister und liebt die Alpen – zu Fuß und zu Rad.

Alle 10 Beiträge von Bertold Raschkowski ansehen
Website: http://www.5by9.org

3 Tweets & Pings

  1. Pingback: KompetenzPartner

  2. Pingback: Bertold Raschkowski

  3. Pingback: Helge Weinberg

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.

*


Außerdem möglich: Kommentare als RSS abonnieren.

Kommentar schöner machen:

Laden Sie Ihr eigenes Bild bei Gravatar hoch, das statt des Standardbildes angezeigt wird. Die E-Mail-Adresse muss übereinstimmen! Fügen Sie HTML-Tags ein. Möglich sind: <a href="" title="" rel=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>