Berufebilder by Simone Janson

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Karriere & Erfolg » Management, Motivation, Strategie » Warum Krankschreiben bei Erkältung Sinn macht:
Achtung Ansteckungsgefahr

Die Kältewelle über Deutschland bringt, neben Schnee, Frost und der erhöhten Ansteckungsgefahr vor allem eines im Schlepptau mit sich: Erkältungen und grippale Infekte.


Wer dem bislang glücklich entronnen ist, muss sich nun an einem Ort besonders davor in Acht nehmen: Im Büro! Denn Tag für Tag mit anderen Menschen auf teilweise engstem Raum zusammenzuarbeiten, erhöht das Ansteckungsrisiko erheblich. Da hilft auch kein noch so großes Sich-In-Acht-Nehmen.

Krankschreiben für mehr Produktivität

Für die Arbeitsproduktivität in Unternehmen wäre es daher sinnvoll, wenn jeder, bei dem ein Infekt ausbricht, sich sofort krankschreiben ließe. Denn wer krank ist, kann zwar körperlich anwesend sein, fährt aber in der Regel dennoch nur halbe kraft – von Produktivität kaum eine Spur.

Gleichzeitig ist der erkältete Mitarbeiter jedoch eine tickende Zeitbombe: Erstens kann sich ein Infekt bis zu ernsten Erkrankungen wie Lungenentzndungen auswachsen. Zweiten steckt der eine Kranke wahrscheinlich alle anderen, noch gesunden Kollegen an. Das kann dazu führen, dass alsbald die ganze Belegschaft darniederliegt. Es wäre also in mehrerlei Hinsicht ausgesprochen klug, wenn kranke Mitarbeiter einfach zu Hause bleiben würden.

Theorie und Praxis

Die Praxis sieht anders aus: Wegen Bagatellen wie Erkältungen lässt sich in Zeiten drohender Arbeitslosigkeit niemand krank schreiben, sondern versucht um jeden Preis, sein Ding durchzuziehen. Hier wären also die Chefs gefrag.

Die verfahren aber ebenfalls nach dem Augen-zu-und-durch-Prinzip: Statt den einen Kranken nach Hause zu schicken, hoffen sie, die anderen würden sich schon nicht anstecken – um sich dann eine Woche später zu wundern, warum nichts mehr geht. Welch kurzsichtiges Verhalten.

Oder kennt jemand Betriebe, in denen es anders läuft?

Simone Janson
Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin (u.a.für ZEIT-ONLINE, Süddeutsche oder Financial Times) und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel.

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3 Kommentare

  1. Ja, in manchen Firmen darf man ja gar nicht krank feiern, weil man sonst ziemlich unter Druck gesetzt wird. Ich finde das auch sehr kurzfristig gedacht, da ja eh innerhalb von einer Woche alle krank sind. Manche denken wohl, dass die Leute extra krank werden oder “blau” machen. Bei einem vernünftigen Betriebsklima seh ich da aber wenig Potential, das so etwas oft vorkommt.

  2. Es gibt tatsächlich wahrscheinlich noch wenige Unternehmen, in die mehr Vernunft eingezogen ist. Als Geschäftsführer eines kleineren Unternehmens versuche ich meine Mitarbeiter zu motivieren zu Hause zu bleiben und ihre Krankheiten wirklich auszukurieren, bevor sie wieder im Büro erscheinen.

  3. Simone Janson

    Finde ich super. Grade in kleinen Unternehmen ist das aber auch wichtig: Ich habe schon Fälle erlebt, in denen aus der Erkältung eine Lungenentzündung wurde und die ganze Belegschaft mit Fieber im Bett lag… @Daniel: Vielleicht magst du mal erzählen, welche Erfahrungen du mit deinen Mitarbeitern gemacht hast, ob und wie sich das Daheim-Bleiben positiv auswirkt usw. So als Anregung für andere.

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