
Ihre Vorgesetzte drückt Ihnen noch eine Aufgabe rein, obwohl Sie bereits jetzt total „zu“ sind. Was sagen Sie? Meist sagen wir Dinge wie: „Wie soll ich das denn auch noch schaffen?“ Obwohl wir genau wissen, dass die Vorgesetzte diesen Einwand nicht akzeptieren kann, will und darf. Also was tun?
Erste Regel: Niemals widersprechen!
Widerspruch löst einen Machtkampf aus – und diesen können Sie nicht gewinnen. Wer widerspricht, verliert. Daher immer erst: Beipflichten, Anerkennen, Mitgehen. Zum Beispiel: „Das ist ein ehrgeiziges Projekt. Das bringt uns sicher weit voran!“
Die Vorgesetzte schaltet erst mal zwei Gänge runter, weil sie sich verstanden fühlt. Danach: Nicht meckern, sondern fragen. Wer fragt, der führt. Auch und gerade den Vorgesetzten.
Was fragen?
Das, was Sie erreichen möchten. Also nicht: „Ich bin jetzt schon total überlastet!“ Sondern:
- Welche von den alten Aufgaben sind weniger wichtig als die neue?
- Von welchen können wir uns (uns!) ganz verabschieden?
- Welche wollen wir erst mal auf Eis legen?
- Was könnten wir abspecken?
Wer fragt, kriegt immer eine Antwort. Das wissen Sie. Das haben Sie schon hundert Mal gehört oder gelesen. Warum praktizieren Sie es nicht genau so oft? Weil die Gefühle dazwischen kommen.
Harmoniebedürfnis & Machtkampf
Männer fühlen: „Was fällt dem ein? Dem zeig ich’s aber!“ In einem Wort: Machtkampf. Das ist verständlich und unklug. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, erst nachzudenken, bevor Sie einen Kampf vom Zaun brechen. Entscheiden Sie bewusst, wann es aussichtsreich ist, zu kämpfen, und wann es klüger ist, zu fragen.
Bei Frauen ist es oft das Harmoniebedürfnis: „Ach, das werd’ ich schon irgendwie schaffen …“ Und dann macht sie noch mehr Überstunden und vernachlässigt die Familie. Der Irrtum dabei: Sich wehren ist nicht automatisch unharmonisch!
Frau kann sich auch harmonisch wehren: Höflich, aber dezidiert. Und selbst ein kleines Bisschen weniger Harmonie mit dem Chef ist immer noch besser als mit sich selbst in totaler Disharmonie zu stehen, oder?
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