Auf den Schreibtisch eines jeden Personalers ergießen sich Fluten von Bewerbungsunterlagen. Doch aktuelle Studien zeigen: Die meisten werden sofort aussortiert. Dabei hätten Bewerber bei der Fülle an Bewerbungs-Literatur oder Onlin-Auftritten zum Thema genug Möglichkeiten, sich zu informieren. Denn beim gekonnten Bewerben geht es vor allem darum, es dem Entscheider so einfach wie möglich zu machen.
Aktuelle Studien
Laut Umfrage der Unternehmensberatung Rundstedt und Partner sind über ein Drittel aller Bewerbungsunterlagen derart unbefriedigend, so dass sie von den Personalentscheidern sofort aussortiert werden.
Auch die aktuelle Staufenbiel-Studie JobTrends Deutschland 2011 zeigt: Nur elf Prozent aller Bewerbungen öffnen die Tür zu Vorstellungsgesprächen, von denen dann gerade einmal jedes sechste tatsächlich zu einer Anstellung führt.
Hauptursache: Formale Fehler, schleche Vorbereitung
Um beim Bewerbungspoker gute Karten zu haben, muss man optimal vorbereitet an den Start gehen. Das ist in der Praxis nicht immer der Fall. So sind zerknitterte, unvollständige oder beschmutzte Bewerbungsunterlagen sowie unpünktliches Erscheinen beim Vorstellungsgespräch keine Seltenheit.
Oft stellt sich auch heraus, dass sich der Bewerber unzureichend mit dem Unternehmen und der Stelle beschäftigt hat, er nicht richtig zuhören beziehungsweise nicht auf Fragen eingehen kann oder viel zu langatmig darauf antwortet.
Basics statt Ratgeber-Berg
Statt sich durch Berge von Ratgeberliteratur zu wühlen und dabei womöglich zu verzetteln, sollte man sich lieber auf die Basics konzentrieren, die wirklich nötig sind, um beim gesamten Bewerbungsverfahren einen Top-Eindruck zu hinterlassen.
Und wie sehen die Basics aus? Kurz und bündig, komplett und übersichtlich, korrekt und ordentlich: Das ist im Kern das Erfolgsrezept für die schriftliche Bewerbung. Formale und orthografische Unsauberkeiten wie Rechtschreib- oder Zeichensetzungsfehler, Flecken oder Eselsohren sind unbedingt zu vermeiden.
Worauf kommt es an?
In einem kurzen Anschreiben sollte der Bewerber schlüssig darlegen, warum er perfekt zum Unternehmen passt. Ein gutes Bild sagt mehr als tausend Worte. Der tabellarische Lebenslauf beinhaltet alle wichtigen beruflichen Wegmarken in übersichtlicher Form:
Die aktuellen Daten gehören an den Anfang. Alle relevanten Qualifikationen sollten gleich zu Beginn klar herausgestellt werden. Nach dem Motto: Das genau sind meine Kompetenzen, mit folgenden Aus- oder Fortbildungen und Referenzen punkte ich! Wer relevante Spezialfertigkeiten und -kenntnisse vorweisen kann, kann damit punkten.
Glänzen im Vorstellungsgespräch
Vor allem Bewerber, die schon länger arbeitslos oder bei Vorstellungsgesprächen aus der Übung sind, sollten sich auf die spezielle Interviewsituation intensiv vorbereiten, am besten indem sie diese immer wieder gedanklich oder mit einem guten Bekannten durchspielen. Dabei gilt besonderes Augenmerk auf Lebenslauf, Berufsausbildung und eigene Persönlichkeitsmerkmale.
Man muss aber auch begründen können, warum gerade diese Anstellung angestrebt wird oder was zur Arbeitslosigkeit geführt hat. Ihrerseits sollten Bewerber Fragen zu drei Themenbereichen ihren Gesprächspartner parat haben – und zwar zu dem Unternehmen, seinem wirtschaftlichen Umfeld, also etwa der Auftragslage, sowie zu dem Arbeitsplatz, um den es konkret geht.
Zum Vorstellungsgespräch selbst sollte man angemessen gekleidet, ausgeschlafen und überpünktlich erscheinen. Alkohol- oder Zigarettenkonsum sind tabu. Die oberste Maxime fürs Gespräch lautet: ruhig, kurz und sachlich antworten, bei Unklarheiten freundlich nachfragen,
Achtung bei Zeitarbeitsunternehmen
Wer sich bei einem Zeitarbeitsunternehmen bewirbt, sollte darüber hinaus darauf achten, welcher Tarifvertrag gilt und welche Maßnahmen zur Arbeitssicherheit in Form von Zertifizierungen nachgewiesen werden können. Man sollte sich das Unternehmen daher genau anschauen!
„Für Zeitarbeitsunternehmen gelten strenge, gesetzlich verankerte Qualitätskriterien, ” sagt etwa Marcus Schulz, Geschäftsführer von Unique Personalservice. Trotzdem gebe es leider nach wie vor schwarze Schafe, die diese Bestimmungen unterlaufen und damit die ganze Branche zu Unrecht diskreditieren.
28. Juni 2011 um 09:50 Uhr
Ganz gut auf den Punkt gebracht. Aber auch, wenn man im Rennen bleibt, geht es leider nicht weiter wie am Honigmarkt…
28. Juni 2011 um 09:53 Uhr
Weil das das Arbeitsleben kein Honigschlecken ist – um im Bild zu bleiben?
4. Juli 2011 um 16:25 Uhr
Genau – Und weil viele fleißige Bienchen am Arbeitsmarkt unterwegs sind und kein Personaler so viel guten Honig auf einmal schlecken kann.