Nachhaltigkeit ist ja gerade sehr “in” und für Unternehmen ein wichtiger Imagefaktor. Nun ist auch Elektronikhersteller Philipps, übrigens einer meiner Sponsoren, auf den Zug aufgesprungen und präsentiert in seinem Design-Projekt “The Microbial Home” verschiedene Ansätze für häusliche Ökosysteme:
Das Projekt soll dazu anregen, den Menschen wieder näher an der Natur zu verorten. Es schlägt Strategien für die Entwicklung eines ausgewogenen Ökosystems vor.
Dabei wird das menschliche Zuhause wird zu einer biologischen Maschine, in der die Restprodukte eines häuslichen Vorgangs zu den Eingangsmaterialien des nächsten Vorgangs werden. Das Haus filtert, prozessiert und recycelt was wir üblicherweise als Abfall betrachten, zum Beispiel ungeklärtes Wasser und Müll.

Beispielsweise die Biogasanlagen-Küche, die das Methangas aus Bioabfällen und Exkrementen zum kochen verwendet. Die Toilette, die selbiges gleich automatisch filtert. Biolicht aus bio-luminiscenten Bakterien, die mit Methan betrieben werden. Oder der Tisch, in dem sich Essen in Terrakotta-Gefäßen in optimaler Temperatur hält – übrigens eine uralte Kühlungstechnik, die hier wieder zu Leben erweckt wurde.
The “Microbial Home” Projekt ist Teil des Philips Design Probes program, das zum Ziel hat, soziokulturell bedeutsame Technologiewandel der fernen Zukunft vorauszusehen und zu untersuchen, um auf dieser Basis mittelfristige Lebensszenarios zu entwickeln – wie Philipps in seiner Pressemitteilung vollmundig schreibt.

Mit Projekten wie „Das Elektronische Tattoo“, „Fühlende Kleidung“ und „Der Nachhaltige Lebensraum“ will Philipps für Inspiration und Innovation im Unternehmen sorgen. Klingt super, hört sich am Ende leider jedoch an wie ein reines Image-Projekt. Denn das Unternehmen schreibt selbst:
Philips erwartet nicht, dass die Design-Konzepte aus der Ideen-Schmiede „Desing Probes“ zu marktfähigen Produkten weiterentwickelt werden. Die Erkenntnisse aus den Debatten und den Konzeptvorstellungen fließen vielmehr in den weiteren Innovationsgeist der Firma ein.
Eigentlich schade, dass man einen Haufen Geld ausgibt für innovative, wirklich gute Ideen, die dann vermutlich oftmals im Sande verlaufen oder zu Tode diskutiert werden. Und auch wenn klar ist, dass es darum gehen muss, neue, ökologische Ansätze zu finden: An wen will Philipps seine Kühlschränke verkaufen, wenn die Leute wieder anfangen, ihre Sachen in Terrakottagefäßen kühl zu lagern?
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