Weil Insolvenz ein solches Tabuthema ist und wegen der rechtlichen Rahmenbedingungen ist es Deutschland so schwer, hinterher wieder auf die Beine zu kommen: z.B. auch, was die Finanzierung angeht.
Abgesehen davon, dass die Entschuldungszeit mit sechs Jahren im internationalen Vergleich recht lang ist, geben viele Banken Pleitiers keinen Kredit für Neugründungen. Denn wer einmal versagt hat, der kann ja mit Geld nicht umgehen!
Was ist an Insolvenz so schlimm?
Ein Problem: Eine Wohnung zu finden ist fast unmöglich, wenn die Schufa-Auskunft negativ ausfällt. Außerdem braucht man für manche Gewerbe eine Genehmigung, die an die finanzielle Leistungsfähigkeit gekoppelt ist, die wiederum mittels einer steuerlichen Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamts nachgewiesen werden muss.
Und schließlich kann eine Neugründung während des Insolvenzverfahrens nur in Abstimmung mit dem Insolvenzverwalter erfolgen, da für neu entstehende Verbindlichkeiten in der Regel die Insolvenzmasse herhalten muss.
Angst & Kontrollzwang hemmen Innovation
Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen des Scheiterns sind also in der Tat beängstigend. Nach dem Motto „Das kann mir nicht passieren“ redet sich daher so mancher ein, er könnte eine Pleite von vornherein abwenden, indem er nur tüchtig arbeitet und vorsichtig agiert.
Aber genau das kann zum Bumerang werden. Wer sich primär darum sorgt, keine Fehler zu machen, verhindert unter Umständen sogar sein wirtschaftliches Vorankommen. Denn einerseits verursachen der Druck und jene hektische Betriebsamkeit, die dann entsteht, wenn man alles perfekt machen will, unnötigen Stress – und der hemmt das klare Denkvermögen und kann so wichtige unternehmerische Entscheidungen negativ beeinflussen.
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