Die Folge ist ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber Unternehmern. Sie gelten als böse, raffgierig und rücksichtslos, wenn sie Gewinne einfahren – ein Schuss Neid schwingt dabei sicher auch immer mit.
Am schlimmsten sind die Pleitiers
Noch böser sind sie allerdings, wenn sie pleite gehen: Denn dann denken alle, dass das ja nur passieren konnte, weil das Unternehmen zu schnell zu hohe Gewinne machen wollte. Oder weil der Unternehmer nicht mit Geld umgehen konnte. Und dass er nun auf Kosten seiner Schuldner Insolvenz anmeldet. Der gescheiterte Unternehmer wird schnell stigmatisiert.
Doch so einfach ist es dann leider doch nicht: Zwar gibt es solche schwarzen Schafe, aber meist sind gerade bei kleineren Betrieben nicht Managementfehler Ursache einer Insolvenz. Viel öfter liegt die Schuld bei externen Faktoren wie persönlichen und gesundheitlichen Problemen des Unternehmers, der schlechten Zahlungsmoral von Kunden – oder der Bürokratie.
Auch das Finanzamt kann Insolvenzverfahren einleiten
Denn was viele nicht wissen: Auch Finanzamt oder Krankenkasse können ein Insolvenzverfahren einleiten – und machen das zuweilen schon, wenn das Unternehmen ihnen nur einige Tausend Euro schuldet.
Die bittere Botschaft lautet: Jeden kann es treffen. Auch den, der gar nichts dazukann. Denn manchmal hat man einfach Pech! Viele möchten das nicht hören, Insolvenz ist ein Tabuthema, es macht Angst. Daraus resultieren dann so allerlei absurde Abwehrmaßnahmen, die künftigen Pleitiers das Leben schwer machen.
