Simone Janson, Journalist: Jobsuche, Bildung, Existenzgründung, Social-Media

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Existenzgründung » Frisch Gegründet » Gründungswettbewerb von Handelsblatt und Wissensfabrik:
Statt finanzieller Hilfe gibts Beratung!

Wissensfabrik und das Handelsblatt schreiben jährlich einen Gründungswettbewerb aus. Als Preis winkt ein Date mit hochrangigen Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführern. Das ist nicht nur positiv.


Existenzgruender Wettbewerb

“Jungunternehmer profitieren vom Erfahrungsschatz erfolgreicher Manager. Beim Gespräch in zurückgezogener Atmosphäre können sich die Gewinner des Wettbewerbs intensiv mit den Top-Managern austauschen. Ob Anregungen zur Geschäftsstrategie oder Einschätzung der Marktlage: Sie erhalten die Möglichkeit, das Wissen der deutschen Top-Manager für ihr eigenes Unternehmen zu nutzen.”

Zugesagt haben übrigens mehr oder minder namenhafte Manager: Dr. Jürgen Hambrecht (BASF), Franz Fehrenbach (Bosch), Prof. Klaus Fischer (fischer), Bettina Würth (Adolf Würth), Prof. Dr. Burkhard Schwenker (Roland Berger), Hermann Reichenecker (Storopack), Dr. Nicola Leibinger-Kammüller (TRUMPF) und Christian A. Rast (BrainNet).

Klingt erstmal alles gut – oder?

Auch Ratschläge sind Schläge

Die Sache hat leider ein paar Schönheitsfehler: Die anwesenden Top-Manager sind, abgesehen von Christian A. Rast, allesamt keine Existenzgründer. Einige haben die klassische Karriere im Unternehmen hinter sich, andere haben das Familienunternehmen übernommen. Das soll nicht deren Leistungen schmälern. Aber können sie Existenzgründern wirklich gute Ratschläge geben?

Mal abgesehen davon, auch erfahrene Manager jungen Unternehmern nur zu einem gewissen Teil wirklich helfen können, weil man ohnehin jedes Unternehmen individuell betrachten muss: Die Erfahrungen eines Managers, der ein schon etabliertes Unternehmen führt, sind ganz andere als die eines Junggründers, der die Marke erst noch aufbauen muss. Infolgedessen werden hier ein wenig Äpfel mit Birnen verglichen. M.E. ein grundlegender Denkfehler dieses Wettbewerbs!

Ausschreibungsbedingungen schwammig

Auch die Ausschreibungsbedingungen sind reichlich schwammig: WECONOMY richtet sich an Jungunternehmer, die gerade ein Unternehmen gegründet haben oder sich in den ersten Jahren nach der Gründung befinden. Teilnehmen können Unternehmen, die nicht älter als 5 Jahre sind. Gesucht sind frische, innovative Ideen und interessante Persönlichkeiten.

Meine Befürchtung ist ein wenig, dass hier genau die Gründer ausgesiebt werden, die für die beteilgten Unternehmen nützlich sein könnten – z.B.wegen der technologischen Entwicklungen. Und man könnte noch einen Schritt weiter gehen, nämlich dahin, dass diese genau im Sinne des Unternehmens beraten werden.

Preisgeld statt Werbeveranstaltung?

Das als Gewinn versprochene Netzwerkwochenende mit Workshops und Vier-Augen-Gesprächen von Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführern deutscher Top-Unternehmen wirkt da ein wenig wie eine Werbeveranstaltung eben dieser Unternehmen – nicht wie Gründungsförderung.

Dagegen wäre ja auch nichts einzuwenden – wenn das ganze nicht vollmundig als Wettbewerb angekündigt wäre. Mal ehrlich: Von einem Preisgeld hätten die Gründer mehr. Ansonsten wäre eine offene Veranstaltung, eine Art Gründercamp, das auch den gegenseitigen Austausch der Gründer untereinander fördern soll, sinnvoller.

Wo bewerben?

Wer sich dennoch Bewerben will: Noch bis 3Mai ist das für Jungunternehmer mit Ihrer Geschäftsidee möglich – ausführliche Informationen sowie die Möglichkeit zur Online-Bewerbung unter: www.weconomy.de.

Alle, die nicht in den Genuss dieser Veranstaltung kommen können sich neben WECONOMY auch für das Mentorenprogramm der Wissensfabrik bewerben. Den Gewinnern von WECONOMY steht das Mentorenprogramm der Wissensfabrik automatisch offen. Auch die Gründer, die es nicht in die Endrunde schaffen, bekommen bei entsprechender Eignung die Chance, in das Mentorenprogramm einzusteigen und können einen passenden Mentor aus den Reihen der Mitgliedsunternehmen der Wissensfabrik finden, der sie mit seiner langjährigen, praxiserprobten Managementerfahrung unterstützen wird.

Simone Janson

Autor: Simone Janson

Simone Janson ist Journalistin (u.a. für ZEIT-ONLINE, imgriff.com, changeX), Bestseller-Autorin ("Die 110%-Lüge", "Nackt im Netz") und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Beruf & Bildung, mit mehr als 50 Autoren Teil des 11-Millionen-starken Netzwerks Business & More.

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Website: http://www.simone-janson.de

2 Kommentare

  1. Vielen Dank für die kritische auseinander Setzung mit diesem Wettbewerb. Hier geht es auch meines Erachtens immer um die Darstellung der Teilnehmen Personen und Firmen.

    Die werden auch immer ein Startup wählen wo Sie mitstrahlen können. Hier geht es weniger um Existenzgründer im herkömmlichen Sinn sondern eher um die Netzwerk Mentalität. Ebenso natürlich der Zugriff auf neue und innovative Techniken oder Dienstleistungen.

    Also weiterhin viel Erfolg

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