„Ja… aber!“ – antworte ich. Ja, das müssen Sie in der Tat. Aber, mit Lerntechniken können Sie sich erheblich mehr in kurzer Zeit einprägen und durch geschickte Wiederholung haben Sie es dann auch wirklich auf Dauer parat.
Was oft falsch gemacht wird
Im Gehirn laufen verschiedene Prozesse ab, die aufgenommene Inhalte auch unbewusst weiterbearbeiten. Vieles davon passiert sogar im Schlaf. Das ist auch nötig, um ein möglichst effektives Netzwerk von Informationen zu erzeugen, das Relevantes aufnimmt, ohne für Unwichtiges Kapazitäten zu verbrauchen.
Das Problem ist nur, dass halt zu oft Dinge „aussortiert“ wurden, die wichtig waren. Was behalten wir längerfristig? Emotionales, und Bewegendes – wenn Ihnen Ihre Tochter sagt, dass sie schwanger ist, muss sie das nicht wiederholen -, Bildhaftes, und vor allem das, was wir wiederholt benutzt haben.
Informationen, die Spuren hinterlassen
Wenn Sie jetzt an einem Tag sehr viel gelernt haben, ohne es zu wiederholen, hat dies im Gehirn nur wenig Spuren hinterlassen und ist daher oft tatsächlich schon am nächsten Tag vergessen.
Besser: Nur fünf Mal, dafür im richtigen Abstand, wiederholen
Um das zu verhindern, ist die erste Wiederholung schon nach rund einer Stunde zu empfehlen. Wichtig: Wiederholen heißt nicht neu lernen. Sie gehen einfach nochmals gedanklich die Inhalte durch und überprüfen, ob Sie noch alles wissen. Wie oft genau Sie etwas wiederholen sollten, hängt stark von Vorwissen und Komplexität ab.
5 Wiederholungen
Für die meisten Inhalte, auch für Namen von Personen, die Sie kennenlernen, empfehle ich fünf Wiederholungen. Das gilt zum Beispiel auch für die Routenmethode, die ich in meinem Hörbuch „Das perfekte Namensgedächtnis“ vorstelle und mit der Sie sich Informationen, Fakten bis hin zu ganzen Vorträgen, in der richtigen Reihenfolge einprägen können.
Nach einer Stunde – aber auf jeden Fall noch am gleichen Tag
Nach einem Tag
Nach einer Woche
Nach einem Monat
Nach einem halben Jahr
Die ersten Wiederholungen sind die Wichtigsten
Gerade die ersten Wiederholungen sind sehr wichtig, damit die Inhalte überhaupt vernünftig in die vorhandenen eingebunden werden. Das wird leider oft in Schule und Studium falsch gemacht: Das Fach ist nur einmal wöchentlich, die Hausaufgaben werden erst am Tag davor angegangen.
Da ist dann schon vieles wieder weg, weil die ersten Wiederholungen fehlten. Aber wenn die ersten Wiederholungen durchgeführt wurden, können die Abstände dann schnell größer werden.
Und bei Namen?
Beim Namen merken gibt es das Problem, dass Sie neue Bekanntschaften nicht wieder einbestellen können, um die Namen und Gesichter zu wiederholen. Das ist aber auch gar nicht nötig!
Wenn Sie nur gedanklich jeden Tag durchgehen, wen Sie alles heute, gestern und vor einer Woche kennen gelernt haben, wie die Personen aussahen und welche Bilder Sie sich für die Namen ausgedacht haben, reicht das völlig aus. Und führt dazu, dass Sie die Personen auch nach Wochen und Monaten wiedererkennen und mit Namen begrüßen können.
Pingback: Liane Wolffgang
Pingback: Holger Froese
Pingback: LN-C GmbH