Wie Alexander Käppler mit einer schwimmenden Imbissbude erfolgreich ist:

„Probieren geht über studieren!“

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Von Simone Janson, 24. Juni 2010: Schule war nicht das, was er sich vorstellte. Auch Nebenjobs waren nicht „sein Ding“, wie Alexander Käppler es nennt. „Ich hatte jeden Abend schlechte Laune und das Gefühl, mit meiner Arbeit einem fremden Menschen Freizeit zu bescheren.“ Da blieb nur die Selbständigkeit! Denn eine ... Weiterlesen - Translate full text



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Riversnack Alexander Käppler

Denn eine eigene Idee zu verwirklichen, das war sein Ding. Und das Ding heißt Riversnack – eine Art schwimmende Imbissbude, mit der Berliner tagaus tagein auf Havel und Wannsee unterwegs ist, um Würstchen, Getränke und sonstige Snacks zu verkaufen. Zumindest im Sommer, wenn das Wetter gut ist. Im Winter geht er lieber Angeln und jobbt als Synchronsprecher in Spandau.

Marktlücke erkannt

Die ungewöhnliche Idee kam dem damals zwanzigjährigen genau da, wo er heute arbeitet: „Eines freien Tages saß ich an der Havel und bin vor Durst fast vertrocknet!“ erzählt Käppler, der schnell die Marktlücke erkannt hatte: „Ich fragte mich, in was für einem Land wir leben, in dem es Orte gibt, an denen man wunderbar entspannen kann aber keiner kommt, und einem etwas zu trinken bringt. Und schwups wusste ich, was ich werden will!“

Leider ging das mit der Umsetzung dann doch nicht so „schwups“, wie Käppler sich das vorstellte, denn die Grundvoraussetzung fehlte: Das richtige Boot, auf dem sich eine schwimmende Imbissbude auch installieren ließ! Also hieß es zwei weitere Jahre lang Nebenjobs machen und Geld sparen.

Mit Hartnäckigkeit und Verhandlungsgeschicke umgesetzt

Doch dann hatte der Berliner Glück und bewies Verhandlungsgeschick: „Beim Angeln sah ich eine Familie, die auf einer schwimmenden Platform saß und grillte! Ich musste einfach ran fahren und fragen, ob ich ihnen dieses Ding abkaufen kann. Unglaublicherweise haben sie es mir wirklich verkauft – und das auch noch günstig, weil teuer nicht ging! Ich hatte ja nicht viel Geld!“

Das Kapital kam von „dem bisschen, das mir der Chef zuvor gelassen hat“ – und von seiner Mutter, berichtet der Jungunternehmer. Denn die gab ihn neben Geld auch „Lebe deine Träume“ und ein vertrauensvolle „Cool, mach mal, du machst das schon“ mit auf den Weg. Und Alexander Käppler machte: In Eigenarbeit stattete er die schwimmende Plattform mit einer Reling, einem Grill, Kühlschränken und einem Dach aus.

Kritik und Hindernisse aussitzen

Nicht alle in seinem Umfeld waren von der Idee begeistert: „Die meisten Leute, denen ich von meiner Idee erzählte, haben mich gefragt was ich denn im Winter machen will. Da fiel mir sofort Angeln ein!“ ‘Ja neee, willste nicht was lernen?’ ‘Mach ich doch! Rechnungen stellen, Miete bezahlen, und zudem lerne ich es zu schätzen, meine Zeit selbst einzuteilen.’ “ berichtet Käppler schmunzelnd vom Umgang mit seinen Kritikern. Selbst probieren, so findet er, geht schneller als studieren und kritisieren!

Auch die Bürokratie legte ihm allerlei Hindernisse in den Weg: „Ich rannte von Amt zu Amt und trug meine Idee vor. Doch wie sollte es auch anders sein, natürlich wusste niemand, wer dafür zuständig ist!“ Doch Hartnäckigkeit zahlt sich manchmal aus: „Offenbar war man so überrascht und wahrscheinlich auch so genervt von mir, weil ich sehr deutlich klar macht, wie wichtig mir diese Idee ist, dass man sich mit mir an einen Tisch setzte gemeinsam überlegte, wie mein Traum zu realisieren ist. Und so fing ich mit 23 Jahren an, auf der Havel zwischen Spandau und Wannsee mit meinem Boot, Bratwurst und Getränke zu verkaufen!“

Traumjob gefunden!

Riversnack - Alexander KäpplerFür Alexander Käppler ist das heute der ideale Beruf: „Ich bin an der frischen Luft, kann den ganzen Tag lang Boot fahren, mache gut gelaunte Menschen glücklich.“ Und doch hat die Sache natürlich einen Haken, wie er selbstkritisch anmerkt: „Wenn das Wetter stimmt, ist alles gut, wenn nicht ist alles schlecht! So geht es einem Freibad aber auch und dem Flohmarkt und dem Zoo und auch dem Biergarten!“

Auch wenn der Imbiss-Kapitän für die Zukunft „eigentlich nur den Wunsch hat, irgendwann mit einem Hund auf einem Hausboot zu wohnen und den ganzen Tag Fische zu füttern“ bastelt er bereits an einer Zweitkarriere: „Ich dachte, dass ich ja auch mal alt werde und es vielleicht Sinn machen würde ein bekannter Comedystar zu werden – und fing mit meiner Schauspielausbildung an.“

Das zweite Standbein

Auch wenn Käppler von sich selbst sagt, dass er einen Dachschaden hat, setzte er diese Idee mit der selben Zielstrebigkeit um wie schon seinen Boot-Imbiss: „Ich entdeckte beim Spazierengehen in Berlin-Spandau ein Synchronstudio und beschloss einfach mal ‘hallo’ zu sagen. Ich verstand mich sofort gut mit allen und bot an gleich anzufangen! Gesagt getan! Man drückte mir drei Texte in die Hand und schwups war ich im Studio!“ Sein Rat an alle, die etwas ausprobieren wollen, ist daher: „Wenn du etwas willst, geh dahin wo du es bekommen kannst und habe keine Angst! Mehr als ‘nee’ sagen kann ja keiner!“

Mittlerweile schreibt er an einem Comedy-Programm. Seine Eigenwerbung zumindest ist schon Comedyreif: „Also wenn jemand einen Sprecher braucht oder mal Lust auf ne Bratwurst hat, das hilft mir sehr! Und das Geld ist ist bei mir gut aufgehoben!“ Im Gegenzug dafür bietet Hilfe für ähnliche Geschäftsideen an: „Schreib einfach meine Email-Adresse mit rein, dann können sich die Leute bei mir melden! Vielleicht will ja jemand auch einen Riversnack haben, dann helfe ich gern,“ sagt er zum Abschied.

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